Die deutsche Grammatik schreckt nicht durch Komplexität, sondern durch die vielen Kleinigkeiten, die man gleichzeitig im Kopf behalten muss: das Geschlecht des Nomens, der Fall nach einer Präposition, die Position des Verbs. Eine Regel kann man in fünf Minuten verstehen, aber sie automatisch anzuwenden, ist eine Frage der Übung. Hier geschieht das mit Ihrem eigenen Wortschatz, nicht mit fremden Übungssätzen.
Was am meisten Schwierigkeiten bereitet
Fragen Sie jeden, der Deutsch lernt, was ihm am schwersten fällt – sie werden drei Dinge nennen, und fast immer die gleichen.
- Artikel. Das Geschlecht im Deutschen leitet sich nicht aus der Bedeutung ab: das Mädchen ist ein sächliches Nomen. Es separat vom Wort zu lernen, ist nutzlos.
- Fälle (Kasus). Der Tisch, den Tisch, dem Tisch – die Form hängt von der Rolle im Satz und von der Präposition davor ab.
- Wortstellung. Das Verb an zweiter Stelle im Hauptsatz, ans Ende im Nebensatz, und das trennbare Präfix, das ganz nach hinten wandert.
Das alles bleibt schlecht im Gedächtnis haften, wenn man es in Tabellen lernt, denn eine Tabelle gibt die Form isoliert wieder, aber sie wird im Sprachfluss benötigt. Etwas anderes funktioniert: viele kurze Wiederholungen in lebendigen Sätzen – und zwar mit genau den Wörtern, die Sie bereits kennen.
Artikel und Fälle
Der Artikel lässt sich am besten als Teil des Wortes betrachten. Auf der Karteikarte steht nicht „Hund“, sondern „der Hund“ – und dann erinnert man sich an das Geschlecht zusammen mit dem Wortschatz, ohne zusätzliche Anstrengung. Das gleiche Prinzip funktioniert beim Plural: „das Buch – die Bücher“ lernt man als eine Einheit, weil die Art des Plurals im Deutschen schlecht vorhersehbar ist.
Fälle (Kasus) lassen sich am einfachsten über Präpositionen erschließen. Es gibt eine Gruppe, die den Dativ erfordert (mit, nach, aus, bei, seit, von, zu), es gibt eine, die den Akkusativ erfordert (für, ohne, gegen, um, durch), und es gibt variable, bei denen der Fall von der Bedeutung abhängt: „ins Kino“ – Bewegung, „im Kino“ – Ort. Das Auswendiglernen einer Endungstabelle ist sinnlos, aber die Frage „welcher Artikel nach mit“ zwanzigmal hintereinander zu beantworten, funktioniert durchaus.
Wortstellung
Ein deutscher Satz wird nach einem festen Schema aufgebaut, und das ist eher eine gute Nachricht: es gibt wenige Regeln, aber sie kennen keine Ausnahmen. Im Hauptsatz steht das Verb an zweiter Stelle – was auch immer an erster Stelle steht. „Ich lerne heute Deutsch“, „Heute lerne ich Deutsch“, „Deutsch lerne ich heute“: das Subjekt bewegt sich, das Verb nicht.
Im Nebensatz wandert das Verb ans Ende: „…, weil ich Deutsch lerne“. Und bei Verben mit trennbarem Präfix wandert dieses ganz nach hinten: „Ich stehe um sieben Uhr auf“. Gerade diese Konstruktionen lassen sich am leichtesten durch das Zusammenfügen von Satzteilen üben – wenn Sie das Verb physisch an die richtige Stelle setzen, prägt sich das Schema schneller ein als durch das Lesen der Regel.
Sechs Trainingsmodule
Deutsch stehen die umfassendsten Übungsmodule zur Verfügung – sechs Module im Vergleich zu zwei beim Englischen. Alle basieren auf Ihren Karteikarten: die App nimmt die Wörter und Beispiele, die Sie lernen, und macht daraus Aufgaben. Probieren Sie es gleich hier:
Ein gewöhnlicher Online-Trainer ist anders aufgebaut: eine Datenbank mit fertigen Aufgaben zu Themen, für alle gleich. Sie üben den Dativ mit Sätzen über fremde Familien und fremde Arbeiten, und dann taucht die Konstruktion in einem eigenen Satz über die eigene Arbeit trotzdem nicht auf – die Fähigkeit blieb an fremdem Material hängen.
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Regeln zu erklären ist weiterhin nützlich – aber der Wortschatz und die Grammatik wachsen zusammen, und die Intervallwiederholung bringt selbst zurück, wo Sie Fehler gemacht haben. Zum Vergleich: für Französisch und Spanisch gibt es fünf Module, für Englisch – zwei, und das ist keine Kürzung, sondern die unterschiedliche Morphologie der Sprachen.
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